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Marx-Generator
Der wohl bekannteste Marx-Generator steht im
Deutschen Museum in München. Durch seine energiereichen Stoßentladungen eignet
er sich gut zur Simulation von natürlichen Blitzen. Obwohl der Aufbau eines
solchen Gerätes und seine Funktion ziemlich simpel sind, gibt es nur wenige
Anlagen mit Spannungen von über einem Megavolt, da
Hochspannungs-Impulskondensatoren (>15kV) sehr teuer sind. Der Selbstbau von
solchen Kondensatoren ist zumeist Platz raubend, Verlust behaftet und
aufwendig...
Wer "nur" möglichst günstig
eindrucksvolle - und dabei verhältnismäßig harmlose - Entladungen erzeugen
möchte, sollte also lieber eine kleine Teslaspule bauen... (Die sehen auch
schöner aus :-))
Dennoch könnten Marx-Generatoren als
Bestandteil von Hochspannungsaufbauten durchaus Sinn machen:
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große Teslaspulen (>1,5kW):
große TCs
werden häufig von Pole-Pigs oder PTs gespeist. Bei 5kW und 12kV liefern diese
also einen Strom von 0,42A! Laut der Formel zur Berechnung der optimalen
Kapazität benötigen wir also einen Kondensator von 110nF. Mit 10
Primärwindungen (Innendurchmesser: 11") ergibt sich eine Frequenz von <70
kHz... Weil man eine solche Sekundärspule kaum noch wickeln kann,
begnügen sich die meisten Coiler mit weniger Primärwindungen - zu Lasten der
Effizienz. Wird der Kondensator durch einen Marx-Generator mit einer
Stufe ersetzt, hat man dieses Problem nicht und kann somit dieselbe Energie effizienter
einsetzten.
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EMP, etc.:
Bei Versuchen,
die einen einzelnen starken Hochspannungsimpuls benötigen, kann es sinnvoll
sein, einen mehrstufigen Marx-Generator über einen langen Zeitraum (mehrere
Minuten) zu laden und ihn dann in wenigen ms zu zünden. Die Leistung am
Ausgang dürfte in diesen kurzen Zeitraum nahezu
unbegrenzt sein...
Und hier ist der Schaltplan für so ein Teil:

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Widerstände:
Über die Widerstände
werden die Kondensatoren geladen. Je größer der Widerstand, desto länger
dauert dies; allerdings steigt mit dem Widerstand auch die Effizienz des
Marx-Generators ( geringere Selbstentladung der Kondensatoren). Eine Lösung
dieses Problems könnte ihr Ersatz durch Drosseln sein: Während des Ladens
fließt ein geringer, gleichmäßiger Strom durch die Drosseln => geringer
Widerstand. Während des Entladens kommt es zu einem sehr kurzen Stromstoß =>
hoher Widerstand. Ich weiß allerdings nicht, wie die zusätzlichen
Induktivitäten die Eigenschaften eines TC-Primärkreises beeinflussen... Als
Widerstände sollen sich außer kommerziellen HV-Hochlast-Typen auch schwarzer
Gummischlauch oder Salzwasser mit Nägeln als Elektroden eignen. Die Spulen
würde ich einlagig aus Kupferlackdraht auf ein Plastikrohr wickeln, in dem
sich ein Ferritstab befindet.
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Kondensatoren:
Je größer die
Kondensatoren sind, desto energiereicher ist die Entladung. Neben
kommerziellen Hochspannungskondensatoren eignen sich auch
PE-Schichtkondensatoren (Alufolie als Platten und PE als Dielektikum
dazwischen; alles in Trafoöl gelagert...) und "Party-Cups" (Plastikbecher,
außen mit Alufolie umwickelt). Leydener-Flaschen funktionieren auch, sollen
aber Verluste haben... Über den Betrieb mit MMCs habe ich noch keine
Informationen, sie sind für solche Spielereien wohl auch zu teuer...
Funktionsweise:
Alle Kondensatoren werden über die Widerstände
geladen. Erreicht C1 die Zündspannung, so entlädt er sich über die
Funkenstrecke, wobei ein kleiner Teil der Ladung über R3 verloren geht. Während
der Entladung sind C1 und C2 über die Funkenstrecke in Serie geschaltet, sodass
auch die zweite Funkenstrecke zündet. Dieser Effekt pflanzt sich durch alle
Stufen fort.
Formeln:
Ausgangsspannung
Uout = Uin · n
Uout = Ausgangsspannung; Uin
= Eingangsspannung; n = Anzahl der Kondensatoren
Energie
W = 0,5 · C U2
W = Energie eines
Kondensators; C = Kapazität; U = Spannung am Kondensator
Kapazität (parallel)
CGes = C1
+ C2 +Cn
Kapazität (seriell)
CGes = 1 + 1 + 1
C1
C2
Cn
Bei vielen Impulsversuchen ist es wichtig, dass der Marx-Generator nicht
selbstständig durchzündet, sondern extern getriggert wird. Dies erreicht man,
indem man die erste Funkenstrecke gerade so groß wählt, dass sie nicht von
allein zünden kann. In unmittelbarer Nähe zu ihr installiert man eine zweite
Funkenstrecke, die per Piezo oder Zeilentrafo, etc. getriggert wird. Wird diese
Funkenstrecke gezündet, so zünden die dabei entstehenden Ionen auch die erste Stufe
des Marx-Generators. Folgende Schaltung eignet sich zum Triggern:

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TR1
T1
D1,2
D3
R1
R2
R3
C1
C2
C3
S1
S2
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Zeilentrafo (prim: 2,5Wdg. / sek: 50Wdg.)
Thyristor 400V / 10A
Zenerdioden 180V / 1W
1N4007
4,7k / 2W
1k
10k / 2W
450µF - 2,2mF / 360V
1µF / 35V
0,56µF / 250V~
Öffner
Schließer
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Die 350V lassen sich unkompliziert mit dem Spannungswandler eines
ausgeschlachteten Fotoblitzgerätes erzeugen...
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