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Lexikon der Lichttechnik


Dieses Lexikon soll einen kleinen Überblick über häufige Begriffe in der Lichttechnik vermitteln. Selbstverständlich hat es keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sollte aber dennoch gerade für Newbies ein guter Ausgangspunkt bei Ihren Planungen sein.

konventionelle Beleuchtung

Spots

Par56 short

Die wohl bekanntesten und günstigsten Vertreter dieser Art von Scheinwerfern sind die sog. Par-Kannen. 'Par' steht hierbei für den Parabol-Reflektor und die Zahl dahinter für den Leuchtmitteldurchmesser in inch. Sie existieren in Leistungen von 30W bis 1000W und verschiedenen Abstrahlwinkeln. Hier sind die Bezeichnungen VNSP (very narrow spot), NSP (narrow spot), MFL (middle flood) und WFL (wide flood) üblich. Die Leuchtmittel gibt es als Pressglaslampen (teurer aber sehr robust) oder Raylights. Bei letzterem System werden Brenner und Reflektoren getrennt gekauft, was zwar auf Dauer billiger aber auch empfindlicher ist.  Zum Schluss noch ein subjektiver Eindruck zu den Leuchtmittelherstellern: Omnilux ist zwar deutlich billiger als GE, dafür scheint es arge Probleme mit der Lebensdauer zu geben. Auf Grund des fixen Fokus werden diese Scheinwerfer im Theaterbereich nur genutzt um Flächen hell zu bekommen (Seitenausleuchtung, etc.). Folgende Par-Scheinwerfer sollte man kennen:

Par-Typ Leuchtmittel Bezeichnung / Nickname Anwendung
Par36     6V/30W VNSP  Pinspot  Punktstrahler für Spiegelkugeln, Akzente setzen
Par36 120V/650W WFL  Audience-Blinder  kurzes Blenden des Publikums (kein Dauerlicht!!)
Par56 230V/300W MFL  Par56 (6er- oder 8er-Bar)  werden auf Bars montiert oder als Floorspot
Par64 230V/500W MFL  Par64 (4er- oder 6er-Bar)  typische Grundbeleuchtung
Par64 230V/1kW  Par64  einzeln als Spot (>1m Abstand zu Textilien!!)
Par64 28V/250W VNSP  ACL (air craft landing light)  auf Bars als Fächereffekt

Linsenscheinwerfer

Stufe (ARRI)

Fresnel- und Stufenscheinwerfer werden eingesetzt, um Bühnen kontrolliert auszuleuchten. Dazu lässt sich der Lichtkegel durch Verstellen des Brennerabstandes zur Linse (Fokussierung) und durch Torblenden einstellen bzw. abschatten. Sie sind zwar teurer als Pars - jedoch zur Ausleuchtung von Bühnen in der Regel notwendig. Es kommen sowohl Halogen- als auch HMI-Leuchtmittel zum Einsatz.

Ein besonderer Linsenscheinwerfer ist der Verfolger (follow spot). Durch Schieber, Iris und ein ausgeklügeltes Linsensystem lässt sich der Spot genau einstellen und ausbalancierte gleitarme Lager ermöglichen präzise und sanfte Bewegungen.


Fluter

asymmetrischer Fluter

Hier muss man ganz klar zwischen Baumarktflutern und VT-Flutern unterscheiden: Die Baumarktversion eignet sich als Baulicht, Notbeleuchtung und bei engem Budget zur Bühnenaufhellung. Man kann sie jedoch nicht mit Farbfiltern versehen und sie sind auf Grund des fehlenden Splitterschutzes auch nicht im Publikum zugelassen! Fluter für die Veranstaltungstechnik lassen sich hingegen filtern und verfügen über diesen Schutz. Man trifft sie auch häufig in Form von 4er-Rampen zur additiven Farbmischung (R,G,B,gelb) auf Bühnen an.  In den meisten Fällen werden sie mit billigen Halogen-Stabbrennern (500W, 1kW) betrieben.

 


12ch Dimmerpack (Arena)

Die gesamte konventionelle Beleuchtung wird über Dimmerpacks (oder Dimmerbars bei Kleinkram) gesteuert. 98% aller Dimmerpacks arbeiten nach dem Phasenanschnittsprinzip (Xms nach jedem Nulldurchgang wird der Strom über einen TRIAC auf den Scheinwerfer gegeben und im nächsten Nulldurchgang wieder unterbrochen.) Die restlichen 2% verteilen sich auf Phasenabschnittsdimmer (phase reverse; funktionieren genau umgekehrt) und 'sine wave'-Dimmerpacks. Bei diesen (sehr teuren) Sinusdimmern wird permanent die Ausgangsspannung gemessen und mittels PWM-Modulation (ca.40kHz) nachgeregelt. Über diesen komplizierten Weg kann man jegliche Netzeinstreuungen (Brummen, Pfeifen) ohne riesige Drosseln eliminieren. Falls Sie mehr über diese Prinzipien wissen möchten, sind Sie hier richtig - GENAU DARAUF ist 'Henne's Sites' nämlich spezialisiert ;-)

Einen sehr guten Ruf bei Dimmerpacks haben unter anderen Arena, Transtechnik, MA und Compulite.


Lichteffekte

Flower

Miniflower color

In diesen günstigen Lichteffekten strahlt ein Halogenbrenner eine sich drehende Parabolscheibe mit farbigen Spiegeln an. Eine Linse reflektiert ein Abbild der Scheibe in die unendliche Ebene, so dass bei leichtem Nebel ein scharfes Strahlenbündel sichtbar wird. Es gibt Varianten mit wechselnden dichroitischen Farben und Gobos, die den Effekt etwas interessanter machen. Die Ego-Serie und der Lynx von Martin sind zwar für Flower ziemlich teuer, liegen jedoch auch vom Aussehen und in der Qualität an der Spitze. Für Einsteiger ist der MF1-color wahrscheinlich angebrachter. Abzuraten ist allerdings von 230V-Leuchtmitteln: Durch ihre größere Wendel wirken sie eher dunkler und erzeugen mehr Hitze als die Niedervolt-Versionen. Die größere Abwärme führt häufig zu Defekten in der Motorsteuerung bei längerem Betrieb.

 

Derbys

Little Star

Zwei Halogenbrenner oder ein Halogenstab rotieren hinter ein oder zwei Linsenreihen. Diese Effekte sind mit über 600W recht hell und streuen breiter als Flower. Für kleinere Parties sind sie in Verbindung mit Nebel empfehlenswert.

 

 


Stroboskope

T-Light 85kW (Hungaroflash)

Diese Blitzeffekte sind auf den meisten Tanzveranstaltungen sehr beliebt. Bei Konzerten hingegen sollte man sie nur selten und gezielt einsetzen. Für die typisch abgehackten Bewegungen ist eine Frequenz von mindestens 10Hz notwenig. Strobos gibt es von 20W bis 85kW. Die großen haben meist zusätzlich einen Blindereffekt eingebaut. Außerdem wird diese Leistungsklasse meist direkt (also ohne Ladekondensatoren) über eine Drossel vom Netz mit Strom versorgt, was Spannungseinbrüche zur Folge hat. Also bitte für große Strobos eine eigene 16A-Zuleitung legen, die auf einer anderen Phase als die PA liegt! Die wohl bekanntesten Strobos auf dem Markt sind Atomic3000 (Martin) und Quasar (Hungaroflash). Das mit Abstand leistungsstärkste ist 'T-Light' von Hungaroflash.

 


Intelligent Effects

Scanner

Demo-Video

Scanner sind die günstigsten Vertreter unter den intelligent effects. Sie lassen sich per DMX512 steuern. Die Funktionsweise von Scannern ist ähnlich der von Diaprojektoren: Das Licht des Brenners - meistens HMI oder MSD - wird über einen Kondensor gebündelt und gelangt durch ein oder mehrere Goboräder (die 'Dias') auf das Farbrad mit den dichroitischen Farbfiltern. Über ein Objektiv fokussiert, kann man nun mit dem Spiegel das farbige Gobo in den Raum projezieren. Alle aktuellen Scanner werden mit Schrittmotoren (Stepper) im Mikroschrittbetrieb angetrieben: Hierbei kann der Anker mittels sinusförmiger Bestromung der Wicklungen auch zwischen zwei Schritten positioniert werden. Da dieses Microstepping nicht trivial ist, sollte beim Kauf eines Scanners u.A. auf eine hohe Auflösung und 'weiche' Spiegelfahrten geachtet werden.

Movingheads

Demo-Video

Movingheads, scherzhaft auch 'Wackelköppe' genannt, sind deutlich teurer in der Anschaffung und Wartung als Scanner. Außerdem sind ihre Bewegungen durch die höhere bewegte Masse langsamer. Diese Nachteile machen sie jedoch durch Ihren größeren Aktionsradius wett: Abgesehen vom Patent-Light (GLP) erreicht kein Scanner die Bewegungsfreiheit eines Movingheads. Das Funktionsprinzip ist mit dem von Scannern identisch. Einen guten Ruf bei Scannern und Movingheads haben u.a. Clay Paky, Robe, JB-Lighting und Martin.

 

Washlights

Mac600

Diese Sorte Heads hat im Gegensatz zu den Projektoren anstatt einer Gobo-Einheit eine subtraktive Farbmischung (C,M,Y), mit der sich beliebige Farben mischen lassen. Kennzeichnend für Washlights ist die große Fesnellinse: Sie ermöglicht einen hohen Lichtoutput. Zusätzlich ist bei den meisten Washlights eine schnelle Strobe-Einheit verbaut.